Gutshaus Falkenberg eine Restaurierungsgeschichte

Das Gelände des ehemaligen Vorwerks Falkenberg wurde bereits unter König Friedrich II. als Maulbeerplantage "Falkenberg" genutzt. Aus dem Jahr 1800 gibt es Grundrisse und Ansichten eines landwirtschaftlichen Anwesens, das als Fachwerkbau ausgeführt war.

Amtmann du Titre erwarb die Maulbeerplantage von Dr. Johann August Schiege mit der Auflage des Erhalts der 600 Maulbeerbäume und der Parzellierung (1822-1828). Später gelangte die Plantage in die Hände von Ferdinand Friedrich Lehmann. In diesen Zeitraum, die Mitte der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts, fiel die Errichtung des ursprünglichen Gebäudes, das den Grundstock des heutigen Gutshauses darstellt. Die ursprünglichen Grundmauern sind noch heute gut am Natursteinsockel zu erkennen.

Das Wohnhaus hatte ein auf beiden Seiten abgewalmtes Krüppelwallgach. In dieser Zeit muss der Besitzer erneut gewechselt haben, da das Verzeichnis der zur Kreisgerichts-Commision zu Cöpenick gehörigen Ortschaften und Etablissements am 11. 2.1850 von dem "Schröpferschen Etablissement auf Falkenberg" kündet.

Es dürfte nun Karl, Friedrich und Wilhelm Schröpfer gehört haben, die in der Gebäude-Steuer-Rolle von 1868/69 als Besitzer genannt werden. Um 1860 erfolgt der erste Anbau, der bis an den heutigen Turm heranreichte. Das erweiterte Gebäude war weiterhin freistehend und beidseitig abgewalmt. Die Reste der alten Walme sind noch gut auf dem Spitzboden sichtbar. Genutzt wurde das Untergeschoss hauptsächlich als Gesinde- und Wirtschaftsbereich. Mehrere Quellen, unter anderem eine allgemeine Kartensammlung von 1869, stellen das Vorwerk bereits als ein geschlossenen 4-Seitenhof dar.

1870 kaufte der Oberleutnant a. D. Gustav Ferdinand Richter den Gutshof Falkenberg. Seine zweite Erweiterungsphase erfuhr das Objekt ungefähr in der Zeit zwischen 1880 und 1900. Es wurde der Turm als eigener Baukörper errichtet. Dazu wurden einige Tür- und Fensternischen des Hauptgebäudes zugemauert. Ein Adressbuch des Jahres 1911 nennt die Gebrüder Max und Waldemar Richter als Bewohner des Vorwerks. Am 9.10.1919 wurde ein Bauantrag für den Umbau zu 4 Wohnungen gestellt.

Nach der Übernahme durch die heutige "Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892" wurden 1920 umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt. In jeder Etage wurden Verbindungsdurchbrüche zwischen dem mittleren Gebäudeteil und dem Turm geschaffen. Das Untergeschoss wurde zu Wohnungen umgestaltet. Nachträglich wurde in das Obergeschoss des Turms die Küche eingebaut, die ehemalige Räucherkammer im Dachgeschoss des Hauptgebäudes verschlossen und ein Bad errichtet, von dem zum Teil noch die originale Einrichtung erhalten ist. Der Fäkalienraum im Untergeschoss lässt vermuten, dass vorher eine Torfmull-Streutoilette vorhanden war.

Bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts klagten die Bewohner des Untergeschosses des Turms über Feuchtigkeit, die letztlich zu dem Befall durch Echten Hausschwamm führte. Dieser Bereich stand seit den 70er Jahren leer. Das Dachgeschoss des mittleren Gebäudeteils und das Obergeschoss des Turms wurden bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts bewohnt. Die letzten Bewohner des Erdgeschosses des Hauptgebäudes zogen im Herbst 2002 und die des Turms im Juli 2003 aus. Zur Zeit wird das gesamte Gebäude aufwändig vom RestaurierungsZentrum Berlin e. V. saniert.

Südseite, Gutshaus-Falkenberg
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